Die interessantesten Aussagen auf der Konferenz Trends in Automotive Logistics (TAL 2026)


Die „Trends“ sind vorbei, die Roboter haben Einzug gehalten, und KI ist nicht mehr nur ein Versprechen für die Zukunft. Auf der Konferenz Trends in Automotive Logistics wurden praktische Erfahrungen von Unternehmen wie SAP ČR, Škoda Auto, Amazon oder AUTODESK vorgestellt – von der strategischen Nutzung der KI über die Steuerung komplexer Produktionsprozesse bis hin zur Automatisierung logistischer Abläufe. Wir haben die Aussagen ausgewählt, die am besten verdeutlichen, wohin sich die Industrie entwickelt und welche Fragen sich Unternehmen stellen sollten, wenn sie Systeme aufbauen wollen, die auch in einem unsicheren Umfeld Bestand haben.

„Trends in der Logistik sind meines Erachtens passé. Das einzige was heute zählt, ist ein ständiger Preisdruck: Was gestern zehn gekostet hat, soll heute neun kosten und übermorgen acht“, eröffnete das Thema mit leichter Übertreibung Rostislav Schwob, Aimtec Supply Chain Solutions Director. Glücklicherweise skizzierte er jedoch eine Zukunftsvision, die es Unternehmen ermöglicht, damit zurechtzukommen. „Man wird nicht mehr ein einziges Informationssystem haben, sondern einen reinen Kern, und alles andere wird durch integrierte Dienste rundherum geregelt. Die einzelnen Elemente sind dann jederzeit austauschbar.“

KI transformiert Planung und Entscheidungsfindung im Betrieb

„Wer mit KI beginnen möchte, muss schon heute die Grundlagen schaffen. Wenn man die vollen Vorteile der KI-Automatisierung nutzen will, muss man System-Silos aufbrechen und in einem größeren Kontext denken“, erklärte Markus Speiser, Director Design & Manufacturing Midmarket Central Europe bei AUTODESK, der einige konkrete Beispiele für Einsparungen durch KI und digitale Zwillinge vorstellte.

„Sobald wir die Lagerbestände auf ein Minimum reduzieren, wird das System anfällig. Es reagiert dann extrem empfindlich auf jede Art von Ausfall“, warnte Hana Součková, Geschäftsführerin von SAP ČR. Sie fügte hinzu, dass dies aber eine hervorragende Gelegenheit für den Einsatz von KI ist, durch die Zusammenhänge im gesamten Logistikorganismus sichtbar werden.

„Unser System plant etwa drei Monate im Voraus. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass wir im Grunde schon heute wissen, was Sie morgen kaufen werden“, erklärte Jan Vavřík, General Manager von Amazon BRQ2. Die Routen im Unternehmen werden mithilfe einer anhand der Zustellhistorie trainierten KI ständig optimiert – 75 % der Bestellungen laufen heute KI-gestützt.

Wenn Technologie ein konkretes Problem löst

„Schraubverbindungen bilden einen Grundbaustein der passiven Sicherheit herkömmlicher Fahrzeuge. Bei jeder Verbindung müssen wir wissen, ob sie an einem bestimmten Fahrzeug tatsächlich gemäß den Anforderungen ausgeführt wurde. Deshalb benötigten wir eine komplexe Lösung, die nicht nur täglich Hunderttausende Anziehvorgänge steuert, sondern auch Flexibilität bei der Einführung neuer Prozesse bietet“, erläuterte Pavel Maryško, Senior Manager in Car Production bei Škoda Auto. „Die Echtzeitsteuerung ermöglicht das Anzeigen des aktuellen Werkzeugstatus, aber auch Korrekturprozesse unter Einsatz elektronisch gesteuerter Werkzeuge im Takt der Montagelinie.“

Ich hatte erwartet, dass die AMR-Implementierung Monate dauert, letztendlich waren es nur drei bis vier Wochen. Also keine Scheu, legen Sie los.

„Ich hatte erwartet, dass die AMR-Implementierung Monate dauert, letztendlich waren es nur drei bis vier Wochen. Also keine Scheu, legen Sie los“, forderte Karel Kepka, Plant Manager bei Shape Corp., die Teilnehmer auf. Im Projekt mit Idealworks gab es seit der Inbetriebnahme keinerlei Kollisionen der AMR, zudem hat sich der Geräuschpegel deutlich verringert. Die Mitarbeiter müssen nun keinen Gehörschutz mehr tragen – eine willkommene Änderung.

„Das System muss mit uns wachsen oder schrumpfen, je nachdem, wie sich unsere Bedürfnisse verändern“, leitete Christoph Scheufler, Assistant General Manager bei Magna Exteriors, eine weitere reale Erfahrung mit neuen Technologien ein. Zusammen mit Noyes Technologies realisierte das Unternehmen ein Projekt mit einem ROI von neun Monaten, einer Vergrößerung der Lagerfläche um 71 % und der Idee, ineffiziente Luft zu beseitigen – also ein Zwischengeschoss einzubauen und neue Lagertechnologien einzusetzen.

Auch in den Wolken gibt es genug Papierkram

„Was passiert in der Kabine bei Überschreiten der Schallmauer? Nichts. Die Dame sagt zuerst: Transonic, transonic. Und dann: Supersonic, supersonic. Das ist eine Art Warnung, denn wenn man die Schallgeschwindigkeit unplanmäßig überschreitet, gibt es eine Menge Papierkram“, beendete der letzte Redner Martin Šonka, Kunstflugpilot und ehemaliger Kampfpilot der Luftstreitkräfte der Tschechischen Republik, die Konferenz Trends in Automotive Logistics weniger logistisch, dafür umso interessanter.

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