Digitalisierungsplattform – Tool für permanente Optimierung der Produktion

Petra Troblová Aimtec
29. 6. 2022 | 4 Minuten Lesen

Sie denken, Ihre Produktion lässt sich nicht weiter optimieren und ist diesbezüglich bereits am Limit? Ist eine komplett vernetzte Produktion, bei der Menschen, Maschinen, Instrumente, Material und Produkte gleichzeitig miteinander kommunizieren, überhaupt realistisch? Die Lösung heißt beliebig vernetzbare Digitalisierungsplattform. Mit ihrer Hilfe lassen sich einzelne Inputs einstellen und verschiedene mögliche Reaktionen konfigurieren. In Echtzeit stehen damit sämtliche Informationen aus der Fertigung zur Verfügung, die sich auch digital steuern lässt.

Digitalisierungsplattform bringt komplett vernetzte Produktion

Stellen Sie sich eine Produktion vor, in der alle Einheiten bedient, gesteuert, überwacht, ausgewertet und optimiert werden, die im kleineren oder größeren Umfang an ihr beteiligt sind. Mensch, Maschinen, Instrumente, Automaten, Roboter, AGV, VNA und AMR werden durch ein Steuerungssystem vernetzt, das sie auch überwacht. Sogar mit einer geeigneten Identifikation versehene Teile, Material, Formen und Vorrichtungen lassen sich mit Hilfe unterschiedlicher Sensoren detailliert verfolgen. Bei einer jeglichen unerwünschten Abweichung schlägt das System Alarm und löst Behebungsmaßnahmen aus. Eine Abweichung bedeutet Leistungsminderung, die sich ohne erhöhte Kosten nie mehr wettmachen lässt. Der menschliche Faktor hat hier minimalen Einfluss, der Mensch kann somit keinen Fehler zu machen oder den Fertigungsprozess beeinflussen. Eine derart komplett vernetzte Produktion ermöglicht die Digitalisierungsplattform.

Alles läuft automatisch

Entsprechend dem Produktionsplan erhält die Maschine Steuerungsanweisungen oder wird beim benötigten Werkzeug ein Steuerungsprogramm installiert. Für jeden Parameter sind Toleranzgrenzen festgelegt. Weisen die aktuellen rückaufgezeichneten Realwerte Abweichungen auf, wird automatisch eine Behebungsmaßnahme ausgelöst. Ein Qualitätsmitarbeiter oder Einrichter wird gerufen, oder das Erzeugnis wird automatisch von den nachfolgenden Arbeitsgängen ausgeschlossen, bis Abhilfe erfolgt. Ausfallzeiten, Leistungsminderung oder Verkürzung der Technologiezeiten überwacht und erfasst das Steuerungssystem selbst, ohne menschlichen Eingriff. Alle kritischen Teile werden vor Bearbeitung kontrolliert, ob sie dem Produktionsablauf genügen. Ein optischer, RFID- oder anderer Sensor identifiziert ihr Vorhandensein und erfasst sie im Produktlebenslauf. 

Bei Arbeitsbeginn wird außerdem der Bediener überprüft, ob er über die entsprechende Qualifikation verfügt und in Hinblick auf die letzten Änderungen des Produktionsablaufs geschult wurde. Bei unvorhergesehenen Ereignissen leuchtet an seinem Terminal eine Warnung auf, dann muss beispielsweise jedes Teil eine spezifische Zusatzkontrolle durchlaufen. Material und Teile werden in der genauen Reihenfolge gemäß dem Fertigungstakt mit Hilfe selbstfahrender Transportwagen oder kleiner Roboter an den Arbeitsplatz gebracht. Analog erfolgt der Abtransport der Fertigerzeugnisse. Verwechslungen werden eliminiert, das Handling beschleunigt.

Vermeidung von Fehlern, schöpferische Arbeit durch den Menschen

Auch weitere logistische Abläufe in Lagern vor oder nach der eigentlichen Fertigung sind mit Hilfe von AMR, VNA, ASRS, robotischen Depalettierern oder Paletten stapelnden Robotern automatisiert. Ist bei irgendeinem Vorgang menschliches Zutun erforderlich, erfolgt die Navigation durch Lichtsignale. Das Ziel besteht darin, Fehler zu vermeiden und den Menschen durch nichts unnötig aufzuhalten. Ihm sind spezifische, flexible und schöpferische Tätigkeiten vorbehalten.

„Durch Verbindung von vertikaler und horizontaler Integration lässt sich ein Höchstmaß an Optimierung erreichen. Die Digitalisierungsplattform bietet eine schnelle Implementierung mit möglicher Anbindung weiterer Maschinen und anderer spezifischer Anpassungen ohne Hilfe eines IT-Lieferanten. Sie gibt dem Kunden die Möglichkeit einer eigenständigen Verbesserung des Prozesses und Steigerung der Leistung der komplett vernetzten Produktion.“

Rostislav Schwob, Supply Chain Solutions Director DCIx, Aimtec

Leistungssteigerung, Eigenständigkeit und Flexibilität bei der künftigen Entwicklung

Die Digitalisierung der Produktion ermöglicht die Steigerung ihrer Leistung. Unübliche Zustände werden für die nachfolgende Analyse und neue systembasierte Behebungsmaßnahmen detailliert dokumentiert. Ihre Einführung erfolgt sofort, auch auf eine geringfügige Leistungsminderung wird prompt reagiert. Auf Material muss nicht gewartet werden, einzelne Teile sind rechtzeitig an Ort und Stelle. In Anbetracht der Eliminierung des menschlichen Faktors treten keine unnötigen Fehler auf. Ein unbestrittener Vorteil für die Zukunft besteht darin, dass der Kunde einige Teilbelange selbst lösen kann, schnell und ohne Hilfe des Lieferanten, beispielsweise die Einbindung weiterer Maschinen.

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