KI allein reicht nicht aus: Wie lassen sich resiliente digitale Lösungen aufbauen? Experten der TAL 2026 geben Antworten
Wie lassen sich „Digital by Design“-Lösungen so gestalten, dass sie skalierbar bleiben und sich ohne große Eingriffe an Veränderungen anpassen lassen? Und wo sollte KI eingesetzt werden, damit sie Teil der täglichen Prozesse wird und auch langfristig einen echten Mehrwert bietet? Noch vor Beginn der Konferenz Trends in Automotive Logistics haben wir den diesjährigen Speakern zwei Fragen gestellt, mit denen Unternehmen bei der Digitalisierung häufig konfrontiert sind. Antworten geben Experten von Amazon, Škoda Auto und Aimtec. Weitere Einblicke und Erfahrungen aus der Praxis erwarten Sie am 16. Juni 2026 in Pilsen. Freuen Sie sich auf reale Automatisierungsprojekte und konkrete Empfehlungen, wie sich Sackgassen vermeiden lassen.

Jan VavříkBRQ2 General ManagerAmazon
Worauf sollte man beim Aufbau von „Digital by Design“-Lösungen achten?
Digital by Design beginnt lange vor dem eigentlichen Produktionsstart – bei Daten, Simulationen und der Prozessgestaltung. Entscheidend ist, Lösungen so zu entwickeln, dass Technologien und Menschen jeweils das übernehmen, worin sie am besten sind, anstatt Automatisierung erst nachträglich hinzuzufügen. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, Lösungen ohne grundlegende Eingriffe skalieren und an Veränderungen anpassen zu können. Digitale Lösungen werden durch Änderungen im System angepasst – nicht durch einen kompletten Umbau.
Wo sollte künstliche Intelligenz eingesetzt werden, damit sie langfristig nachhaltig ist und echten Mehrwert schafft?
Künstliche Intelligenz entfaltet ihren größten Nutzen dort, wo sie Entscheidungen im großen Maßstab unterstützt – beispielsweise bei Prognosen, der Bestandsplanung oder der Steuerung von Warenflüssen. Sie sollte Komplexität nicht erhöhen, sondern reduzieren und Teil der täglichen Prozesse sein. Es geht nicht um einmalige Lösungen, sondern um kontinuierliche Verbesserung. Den größten Mehrwert bietet KI dort, wo sie bessere Entscheidungen ermöglicht und gleichzeitig die Effizienz steigert.

Pavel MaryškoSenior Manager in Car ProductionŠkoda Auto
Worauf sollte man beim Aufbau von „Digital by Design“-Lösungen achten?
Ein zentraler Bestandteil des Digital-by-Design-Ansatzes sind Daten. Entscheidend sind eine saubere Vorbereitung der Datenstrukturen, klare Verantwortlichkeiten für Daten sowie deren langfristige Konsistenz. Ohne hochwertige Datenbasis lassen sich weder skalierbare noch integrierbare oder nachhaltige digitale Lösungen aufbauen.
Wo sollte künstliche Intelligenz eingesetzt werden, damit sie langfristig nachhaltig ist und echten Mehrwert schafft?
Schon heute entwickelt sich KI zu einem unverzichtbaren Werkzeug – etwa bei der Content-Erstellung oder bei der Analyse umfangreicher Datenmengen. Besonders beeindruckt hat mich zuletzt ihr Einsatz bei der schnellen Entwicklung interaktiver Prototypen von Anwendungen, einschließlich der Simulation konkreter Funktionen und Benutzeroberflächen. Dadurch verkürzt sich der Weg von der Idee zur realen Lösung erheblich.

Rostislav SchwobSupply Chain Solutions DirectorAimtec
Worauf sollte man beim Aufbau von „Digital by Design“-Lösungen achten?
Früher war die Frage einfach: Um wie viel verbessert Digitalisierung einen Prozess? Heute liegt der eigentliche Wert woanders – in den Daten. Hochwertige digitale Daten sind die Grundlage für Automatisierung, Simulationen, Emulationen, KI und mathematische Solver, die es ermöglichen, Logistik nicht nur effizienter zu gestalten, sondern die Art und Weise, wie wir Logistikprozesse entwickeln, testen und steuern, grundlegend zu verändern.
Wo sollte künstliche Intelligenz eingesetzt werden, damit sie langfristig nachhaltig ist und echten Mehrwert schafft?
KI ist längst nicht mehr nur ein unterstützendes Werkzeug. Sie wird zu einem aktiven Bestandteil des digitalen Ökosystems. Versandplanung, Produktionsfeinplanung oder die Zusammenstellung von Paletten gehören zu Aufgaben, die so komplex sind, dass Menschen sie in Echtzeit nicht optimal lösen können. Mathematische Solver hingegen bewältigen solche Aufgaben innerhalb weniger Sekunden. Zudem nutzen wir sie, um unterschiedliche Szenarien zu simulieren und die Eignung einzelner Lösungen im Voraus zu bewerten. Unternehmen erhalten dadurch ein leistungsstarkes Werkzeug für strategische Entscheidungen.
Sichern Sie sich Ihren Platz auf der TAL 2026 und treffen Sie nicht nur unsere Gesprächspartner persönlich, sondern auch weitere Gäste des Programms – darunter Hana Součková (SAP Tschechien), Christoph Scheufler (Magna Exteriors), das Team von Shape Corp. (Karel Kepka, Marek Kuna), Markus Schmermund (Idealworks) sowie weitere Experten aus der Logistikbranche.
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