Gespräch mit Martin Kraus: Simulationen geben uns die Sicherheit, die richtigen Entscheidungen zu treffen
Entscheidungen über Veränderungen in Produktion oder Logistik sind stets mit Risiken verbunden. Jeder Schritt – ein neues Layout, die Einführung einer Zusatzschicht oder Investitionen in die Automatisierung – kann die Leistung des gesamten Systems grundlegend beeinflussen. Wie lassen sich Fehler vermeiden und Entscheidungen mit Sicherheit treffen? Darüber sprachen wir mit Martin Kraus, Spezialist für Simulationen bei Aimtec.
Martin, was versteht man unter dem Begriff Prozesssimulation?
Im Grunde geht es darum, eine digitale Abbildung eines realen Betriebs zu erstellen – eines Lagers, einer Produktionslinie oder einer Transportroute.
Mit dem Tool FlexSim errichten wir eine Art „virtuelle Fabrik“, in der sich unterschiedliche Szenarien risikofrei und beliebig oft testen lassen. Wir beobachten, wie das System reagieren würde, wenn wir die Lageranordnung ändern, eine Schicht hinzufügen, die Produktion erhöhen oder Transportwege umgestalten.
Die Simulation gibt uns die Möglichkeit, Ideen in einer sicheren Umgebung zu testen – ohne Produktionsunterbrechung und ohne Kosten. Sie ist ein Raum, in dem man Fehler machen, ausprobieren und nach der optimalen Lösung suchen kann, bevor die Änderung tatsächlich vorgenommen wird.
Mit dem Tool FlexSim errichten wir eine Art „virtuelle Fabrik“, in der sich unterschiedliche Szenarien risikofrei und beliebig oft testen lassen. Wir beobachten, wie das System reagieren würde, wenn wir die Lageranordnung ändern, eine Schicht hinzufügen, die Produktion erhöhen oder Transportwege umgestalten.
Die Simulation gibt uns die Möglichkeit, Ideen in einer sicheren Umgebung zu testen – ohne Produktionsunterbrechung und ohne Kosten. Sie ist ein Raum, in dem man Fehler machen, ausprobieren und nach der optimalen Lösung suchen kann, bevor die Änderung tatsächlich vorgenommen wird.
Was ist deiner Meinung nach der größte Vorteil der Simulation?
Sicherheit und Besonnenheit bei Entscheidungen. Unternehmen stützen sich oft auf Erfahrung und Intuition, was funktionieren kann, solange das Umfeld gleich bleibt. Aber heute ist alles im Wandel begriffen – von den Produktionsmengen bis hin zur Verfügbarkeit von Arbeitskräften.
Simulationen ermöglichen es, frühzeitig auf Veränderungen zu reagieren und Entscheidungen zu treffen, die auf Daten und nicht auf Eindrücken basieren. Mithilfe des Modells sehen wir, wo Engpässe entstehen, welche Auswirkungen die Veränderungen haben und ob sich Investitionen wirklich lohnen.
So bewegen wir uns weg von der Intuition hin zu einem auf harten Daten beruhenden systematischen Ansatz.
Simulationen ermöglichen es, frühzeitig auf Veränderungen zu reagieren und Entscheidungen zu treffen, die auf Daten und nicht auf Eindrücken basieren. Mithilfe des Modells sehen wir, wo Engpässe entstehen, welche Auswirkungen die Veränderungen haben und ob sich Investitionen wirklich lohnen.
So bewegen wir uns weg von der Intuition hin zu einem auf harten Daten beruhenden systematischen Ansatz.
Hast du ein konkretes Beispiel aus der Praxis, wo die Simulation geholfen hat?
Ja, beispielsweise bei Marelli Automotive Lighting Jihlava, wo fünf bis sechs LKWs pro Stunde ankommen, bestand das Ziel darin herauszufinden, wie sich das System bei einer Steigerung des Produktionsvolumens verhält.
Das Modell deckte auf, dass der kritische Punkt die manuelle Depalettierung und das Umladen auf Wagen ist. Bereits im Normalbetrieb waren diese Abläufe fast an der Kapazitätsgrenze.
Ohne Simulation wäre das Problem erst mit Erhöhung der Produktion zutage getreten, wenn das System an Tempo eingebüßt hätte. Dank der Simulation konnte das Unternehmen die Schwachstelle im Voraus erkennen und den Prozess so umstellen, dass er eine höhere Leistung bewältigt, ohne das Personal und die Technologie zu überlasten.
Das Modell deckte auf, dass der kritische Punkt die manuelle Depalettierung und das Umladen auf Wagen ist. Bereits im Normalbetrieb waren diese Abläufe fast an der Kapazitätsgrenze.
Ohne Simulation wäre das Problem erst mit Erhöhung der Produktion zutage getreten, wenn das System an Tempo eingebüßt hätte. Dank der Simulation konnte das Unternehmen die Schwachstelle im Voraus erkennen und den Prozess so umstellen, dass er eine höhere Leistung bewältigt, ohne das Personal und die Technologie zu überlasten.
Kann die Simulation also auch unnötige Investitionen verhindern?
Auf jeden Fall. Im Rahmen eines anderen Projekts bei M.L.S. Holice haben wir ein neues Lagersystem mit beweglichen Regalen und Schmalgangstaplern (VNA) getestet.
Bevor das Unternehmen mehrere Millionen Kronen für die Implementierung ausgab, haben wir ein Simulationsmodell erstellt, das genau aufzeigte, wie das System funktionieren würde. Die Ergebnisse bestätigten, dass die Investition Sinn macht, wobei sich gleichzeitig herausstellte, dass die Leistung durch Einführung einer ABC-Analyse und Optimierung der Zugangswege noch gesteigert werden kann.
Dadurch verfügte das Management über konkrete Daten und Argumente und konnte mit der Gewissheit entscheiden, dass sich die investierten Mittel auszahlen.
Bevor das Unternehmen mehrere Millionen Kronen für die Implementierung ausgab, haben wir ein Simulationsmodell erstellt, das genau aufzeigte, wie das System funktionieren würde. Die Ergebnisse bestätigten, dass die Investition Sinn macht, wobei sich gleichzeitig herausstellte, dass die Leistung durch Einführung einer ABC-Analyse und Optimierung der Zugangswege noch gesteigert werden kann.
Dadurch verfügte das Management über konkrete Daten und Argumente und konnte mit der Gewissheit entscheiden, dass sich die investierten Mittel auszahlen.
Wie verändert die Simulation die Art und Weise, wie Teams über Prozesse denken?
Grundlegend. Wenn man ein 3D-Modell vor sich hat, das zeigt, was im System vor sich geht, hört man auf, über Eindrücke zu diskutieren.
Die Menschen sehen dieselbe Situation – Materialbewegungen, Zeiten, Auslastung, Warteschlangen – und plötzlich spricht man über Fakten. Das hilft, die Sichtweisen im gesamten Unternehmen zu vereinheitlichen.
Analysten verstehen die Daten, Bediener kennen die Realität, das Management hat einen strategischen Überblick – und die Simulation verbindet sie alle. In dem Moment ist die Simulation nicht mehr nur ein technisches Tool, sondern wird zu einem Mittel der Kooperation.
Die Menschen sehen dieselbe Situation – Materialbewegungen, Zeiten, Auslastung, Warteschlangen – und plötzlich spricht man über Fakten. Das hilft, die Sichtweisen im gesamten Unternehmen zu vereinheitlichen.
Analysten verstehen die Daten, Bediener kennen die Realität, das Management hat einen strategischen Überblick – und die Simulation verbindet sie alle. In dem Moment ist die Simulation nicht mehr nur ein technisches Tool, sondern wird zu einem Mittel der Kooperation.
Die Simulation gibt uns die Möglichkeit, Ideen in einer sicheren Umgebung zu testen – ohne Produktionsunterbrechung und ohne Kosten. Sie ist ein Raum, in dem man Fehler machen, ausprobieren und nach der optimalen Lösung suchen kann, bevor die Änderung tatsächlich vorgenommen wird.
Wie fügt sich die Simulation in die umfassendere Digitalisierung der Produktion ein?
Es ist ein natürlicher Schritt in Richtung eines digitalen Zwillings. Man kann das Simulationsmodell mit realen Daten aus ERP, APS oder MES verbinden und das Betriebsverhalten in Echtzeit verfolgen.
Wenn sich etwas ändert – beispielsweise die Nachfrage oder die Verfügbarkeit von Mitarbeitern – vermag das Modell dies zu berücksichtigen und hilft, die bestmögliche Reaktion zu finden.
Unternehmen können so die Auswirkungen von Entscheidungen testen, noch bevor sie sich in der Realität bemerkbar machen. Das ist ein enormer Vorteil in Zeiten, in denen sich selbst kleine Fehler schnell multiplizieren können.
Wenn sich etwas ändert – beispielsweise die Nachfrage oder die Verfügbarkeit von Mitarbeitern – vermag das Modell dies zu berücksichtigen und hilft, die bestmögliche Reaktion zu finden.
Unternehmen können so die Auswirkungen von Entscheidungen testen, noch bevor sie sich in der Realität bemerkbar machen. Das ist ein enormer Vorteil in Zeiten, in denen sich selbst kleine Fehler schnell multiplizieren können.
Und wie würdest du den Nutzen von Simulationen mit deinen eigenen Worten beschreiben?
„FlexSim hilft uns, Entscheidungen mit gutem Gewissen zu treffen.
Anstelle von Schätzungen haben wir durch Visualisierungen untermauerte harte Daten – egal, ob es um eine Änderung des Layouts, die Anzahl der Bediener oder die Lagerstrategie geht. Wir sehen, was funktionieren wird und wo Probleme auftreten können. Es ist ein unschätzbares Tool für alle, die sich nicht auf Schätzungen verlassen wollen, sondern kluge und zeitnahe Entscheidungen treffen müssen.“
Anstelle von Schätzungen haben wir durch Visualisierungen untermauerte harte Daten – egal, ob es um eine Änderung des Layouts, die Anzahl der Bediener oder die Lagerstrategie geht. Wir sehen, was funktionieren wird und wo Probleme auftreten können. Es ist ein unschätzbares Tool für alle, die sich nicht auf Schätzungen verlassen wollen, sondern kluge und zeitnahe Entscheidungen treffen müssen.“
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