Digital Factory: Von Daten zur Echtzeit‑Steuerung


Die Digitalisierung ebnet den Weg zu mehr Effizienz – aber nur dann, wenn sie Menschen, Prozesse und Technologien miteinander vernetzt. Deshalb entwickeln wir keine isolierten Lösungen, sondern ein komplexes Ökosystem, das einen reibungslosen, sicheren und resilienten Datenfluss zwischen einzelnen Lieferanten, Abnehmern und Kunden ermöglicht. Unsere Vision der digitalen Fabrik basiert auf fünf miteinander verknüpften Ebenen, die gemeinsam das Rückgrat einer echten Digitalisierung bilden.

Digitalisierungsplattform: Steuerung in Echtzeit

Das Herzstück der meisten Unternehmen ist das ERP-System – es steuert Aufträge, Finanzen, Einkauf und Vertrieb. Das ERP-System allein kann aber nicht erkennen, was tatsächlich im Shop Flor geschieht. Aus diesem Grund ist die Digitalisierungsplattform das Schlüsselelement der digitalen Fabrik – eine intelligente Ebene, die Pläne in konkrete Aufgaben für Menschen und Maschinen übersetzt und Bericht erstattet über den tatsächlichen Verlauf ihrer Ausführung.

Sie verfolgt den Materialfluss, den Auftragsfortschritt, die Produktionsqualität sowie den Versand in Echtzeit. Dabei geht es nicht nur um die Erfassung von Daten, sondern vor allem um ihre sofortige Nutzung für Steuerungszwecke – das System sorgt aktiv für die Einhaltung korrekter Abläufe, meldet Abweichungen und stellt sicher, dass die erforderlichen Maßnahmen genau zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt werden. Jeder Betrieb hat dabei seine Besonderheiten, weshalb eine maximale Anpassung der Plattform an die tatsächlichen Prozesse des Kunden von entscheidender Bedeutung ist.

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Erweiterte Produktionsplanung (APS): Ein Plan für komplexe Realität

Eine effektive Ressourcenplanung hängt direkt von diesen Daten ab. Der Produktionsplan muss reale Einschränkungen berücksichtigen – Maschinenkapazitäten, Personalverfügbarkeit, Lieferzeiten für Material. Die moderne erweiterte Planung (APS) erstellt nicht nur einen Zeitplan, sondern optimiert diesen unter Berücksichtigung Dutzender von Variablen und simuliert die Auswirkungen von Änderungen.

Die Komplexität der Planungssituation ist dabei oft beträchtlich: parallel laufende Fertigungsaufträge, gemeinsam genutzte Kapazitäten, Maschinenausfälle, Nachfrageschwankungen – all das muss das System schnell und übersichtlich verarbeiten. Genau deshalb legen wir Wert auf visuelles Management – der Planer muss das Ergebnis nicht nur erhalten, sondern auch verstehen. Er muss vorangehende und nachfolgende Vorgänge sehen, die Logik des Algorithmus verstehen und dem Plan vertrauen können. Wir arbeiten mit Tools, die über die besten Optimierungsalgorithmen auf dem Markt verfügen. Gleichzeitig integrieren wir in jedes beliebige ERP-System – sei es SAP oder andere Lösungen.

Control Tower: Digitaler Zwilling der Fabrik

Wenn Daten aus Produktion, Logistik, Versand und von externen Partnern einströmen, erhalten wir ein vollständiges digitales Abbild der Realität und erkennen, wo Engpässe bestehen, wo Verzögerungen drohen und wo Zeit vergeudet wird. Der Control Tower erfasst selbst kleinste Leistungsabweichungen und gewährleistet eine verzögerungsfreie Reaktion. Diese Kontrollschicht ermöglicht es, die Realität zu visualisieren, zu bewerten und auch die weitere Entwicklung vorherzusagen – es handelt sich um einen echten digitalen Zwilling der Fabrik, der sowohl Tabellendaten als auch die Visualisierung des Ist-Zustands umfasst.

Aber auch hier gilt, dass die Qualität der Entscheidungen von der Qualität der Daten abhängt – von ihrem Vorhandensein, ihrer Konsistenz und Reinheit. Und genau darin besteht in der Praxis die zentrale Herausforderung: Kaum ein Unternehmen verfügt über Daten, die so aufbereitet sind, dass sie umfassend für die maschinelle Verarbeitung genutzt werden können. Doppelte Einträge, fehlende Werte, unvollständige Stücklisten, falsch eingestellte Produktionszeiten oder fehlende Verpackungsvorschriften – das ist gängige Realität. Deshalb befassen wir uns mit der Datenverwaltung und -bereinigung als eigenständigem Thema.

Die digitale Fabrik ermöglicht die Steuerung in Echtzeit – mit sofortiger Reaktion. Die Vernetzung von Maschinen und Technologien mit der digitalen Fabrik ist der Weg zu maximaler Qualität, da die Maschinen detaillierte Daten mit jedem Produkt und Takt liefern können.

  • Rostislav Schwob
  • Supply Chain Director
  • Aimtec

Künstliche Intelligenz: Tool zur Stärkung des gesamten Systems

An der Spitze der Hierarchie steht die Datenverarbeitung mithilfe künstlicher Intelligenz. Dank KI steigt das Optimierungspotenzial des gesamten Systems deutlich – auf der Ebene der Planung, Vorhersage, Analyse und Auswertung. KI ist keine eigenständige Digitalisierungsschicht, sondern ein Tool, das alle digitalen Systeme des Unternehmens stärkt.

Einsatzmöglichkeiten finden sich in Optimierungsaufgaben, Simulationen, automatischen Qualitätskontrollen und in Form von virtuellen Assistenten. Dabei gilt jedoch eine grundlegende Voraussetzung: KI kann nur dann voll funktionsfähig sein, wenn ihr ein digitaler Zwilling zur Verfügung steht – ein realistisches, korrektes und unverfälschtes Abbild der betrieblichen Realität.

Verbindung von physischer und digitaler Welt

Alle strategischen Entscheidungen werden in der physischen Umgebung mithilfe von Personal und unterschiedlichsten Technologien umgesetzt. Maschinen, Transportfahrzeuge, Roboter und automatisierte Lager – all diese Komponenten müssen zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Befehle erhalten. Gleichzeitig müssen sie den tatsächlichen Ablauf der Vorgänge rückmelden, damit die Daten in die Digitalisierungsplattform zurückfließen und der Steuerungszyklus geschlossen wird.

Daher ist Integration ein Schlüsselelement der digitalen Fabrik – es geht nicht nur um das Zusammenspiel von Daten auf allen Ebenen der Digitalisierung, sondern vor allem um die Verbindung der physischen mit der digitalen Welt

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