Automatisieren? Die Frage ist nicht ob, sondern wie


Produktions- und Vertriebsunternehmen ziehen Automatisierung heute nicht mehr nur in Betracht, sondern planen sie. Entscheidend ist jedoch zu wissen, wo man anfangen soll, was es im Voraus zu bedenken gilt und wie man erkennt, dass das Unternehmen tatsächlich bereit ist, das Bestmögliche aus dem Projekt herauszuholen. Jindřich Bek, Automation Projects Director bei Aimtec, begleitet Kunden auf diesem Weg – von der ersten Frage bis zum Projektstart.

Aimtec Automation ist eine neue Marke für Automatisierungsprojekte. Worum geht es genau? Denn „Automatisierung“ ist ein recht weit gefasster Begriff.

Konkret sind wir auf die Automatisierung der Intralogistik spezialisiert. Also darauf, wie Waren, Materialien oder Komponenten innerhalb des Unternehmens bewegt werden: vom Wareneingang über das Lager bis hin zum Warenausgang oder zur Produktionslinie. Die Projekte sind dabei wirklich vielfältig – vom Einsatz eines einzelnen autonomen AMR bis hin zum vollautomatisierten Lager.

Aimtec übernimmt bei Automatisierungsprojekten traditionell die Rolle des Systemintegrators – desjenigen, der Technologien miteinander verbindet und eine übergreifende Steuerungsebene aufbaut. Was ändert sich?

Diese Rolle behalten wir natürlich bei. Wir stellen aber fest, dass Kunden für ihre Projekte immer häufiger einen einzigen Partner suchen – sozusagen einen Generallieferanten, der das Projekt von Anfang an begleitet. Von der Frage „Automatisieren?“ über die Auswahl der Technologien bis hin zur Inbetriebnahme, Wartung und weiteren Entwicklung. Daher haben wir uns entschlossen, diese Möglichkeit anzubieten. Der Vorteil für den Kunden besteht darin, dass wir technologieunabhängig sind. Das gibt uns freie Hand, Lösungen zu entwerfen, die wirklich zum Kunden passen.

Sie sagen, dass die erste Frage, die Sie bei einem Projekt klären, lautet: „Soll man überhaupt automatisieren?“ Das klingt ein wenig überraschend.

Die Automatisierung ist zu Recht ein großer Trend und definitiv eine der wenigen Möglichkeiten, die Betriebsparameter wirklich grundlegend zu verändern. Es geht um die intensive Nutzung verfügbarer Ressourcen, was Potenzial für sprunghaftes Wachstum schafft. Sie ist aber nicht unbedingt ein Allheilmittel. Manchmal stellt sich heraus, dass zunächst andere Dinge geklärt werden müssen: die Variabilität oder Qualität der Verpackungen, grundlegende Prozesseinstellungen oder die Datenerfassung. Erst dann macht es Sinn, in neue Technologie zu investieren. Der Kunde möchte das vielleicht nicht sofort hören, wird es aber letztendlich zu schätzen wissen.

Die Automatisierung ist zu Recht ein großer Trend und definitiv eine der wenigen Möglichkeiten, die Betriebsparameter wirklich grundlegend zu verändern. Es geht um die intensive Nutzung verfügbarer Ressourcen, was Potenzial für sprunghaftes Wachstum schafft.

  • Jindřich Bek
  • Automation Projects Director
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Wann macht Automatisierung hingegen Sinn?

Meistens dort, wo Personal fehlt, das Arbeitsvolumen steigt und der bestehende Betrieb nicht mehr hinterherkommt, oder wo das Handling körperlich anstrengend ist und das Unternehmen Schwierigkeiten hat, Mitarbeiter in diesen Positionen zu halten. Die Gründe sind vielfältig – deshalb fragen wir immer zuerst danach.

Was sollte ein Unternehmen bereits geklärt haben, bevor es zu Ihnen kommt?

Idealerweise die Vision – was man vom Geschäft in einem Jahr, in fünf Jahren erwartet. Es gilt zu benennen, vor welchen Herausforderungen das Management steht. Ob es wachsen will und die Logistik dies nicht behindern darf, ob es Personalmangel bewältigen muss oder ob Geschwindigkeit oder Genauigkeit grundlegend verbessert werden sollen. Es handelt sich um große Investitionen, und ohne ein klares Ziel lässt sich nur schwer beurteilen, ob sie überhaupt Sinn machen und welcher Weg der richtige ist. Eine entscheidende Rolle spielen auch die Daten: Materialflüsse, Mengen, beschriebene Prozesse. Ohne sie arbeiten wir blind. Einer technischen Vorgabe bedarf es hingegen nicht. Das ist unsere Aufgabe.

Und die Unternehmen, sind sie sich diesbezüglich im Klaren?

Das ist recht unterschiedlich. Die Daten sind oft fragmentiert oder wurden nie systematisch erfasst, aber das lässt sich lösen. Schwieriger ist mitunter, einen Konsens über die Projektziele zu finden. In der Regel sitzen wir mit fünf Personen am Tisch, und jeder hat eine etwas andere Sichtweise, andere Anforderungen und Vorgaben. Das ist keine Ausnahme, sondern die Regel. Dann fungieren wir auch als Facilitator der internen Diskussion, und da wir bereits Dutzende großer Digitalisierungsprojekte hinter uns haben, können wir auch bei der Aufstellung einer langfristigen Vision helfen.

Zu Beginn wurde erwähnt, dass Sie auch Großprojekte realisieren – beispielsweise vollautomatisierte Lager. Das ist ein ziemlich spezielles Fachgebiet. Wie gewährleisten Sie das nötige Know-how?

Selbst solche Projekte können wir schlüsselfertig liefern. Das erfordert natürlich eine solide Basis und viel Erfahrung. Deshalb bündeln wir unsere Kräfte mit weiteren Branchenleadern. Dazu gehören die Unternehmen Logio und LogTech. Logio ist ein führendes tschechisches Beratungsunternehmen, das sich auf Logistik und Lieferketten spezialisiert hat, während LogTech über umfassende Erfahrung bei der Implementierung großer automatisierter Betriebe und ein starkes Engineering verfügt. Unser Know-how ergänzt sich auf natürliche Weise – für den Kunden bedeutet dies, dass von Projektbeginn Analysten, Berater, Spezialisten für Systemsteuerung und Ingenieure kontinuierlich zusammenarbeiten. Alle verfügen über praktische Erfahrung aus Implementierungen. So sind wir in der Lage, viele Details zu erfassen, das gesamte Projekt zu vereinfachen und seine Vorbereitung zu beschleunigen.

Was würden Sie einem Unternehmen raten, das vor der Entscheidung steht, wie es anfangen soll? Was wäre der erste Schritt?

Rufen Sie uns an. Im Ernst – der beste erste Schritt ist ein offenes Gespräch, wobei wir gemeinsam klären, ob und wie Automatisierung im konkreten Fall Sinn macht. Sie brauchen noch keine fertigen Vorgaben – es reicht zu wissen, wo die Probleme liegen und was erreicht werden soll.

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