Digital by Design: Digitalisierung ist kein Pflaster, sondern die Grundlage


Die diesjährige Konferenz Trends in Automotive Logistics (TAL) steht gleich doppelt im Zeichen eines Jubiläums: Die 25. Ausgabe der Veranstaltung fällt mit dem 30-jährigen Bestehen von Aimtec zusammen. Doch es geht nicht nur um runde Zahlen. Das Motto der Konferenz Digital by Design stellt eine Frage, die viele Produktionsunternehmen beschäftigt: Wie lässt sich Digitalisierung sinnvoll gestalten, ohne durch das Erbe historisch gewachsener Systeme ausgebremst zu werden? 

Warum selbst die beste KI nur so gut ist wie die Prozesse und Teams hinter ihr, darüber sprachen wir mit Roman Žák, Gründer von Aimtec und Vorsitzender des Aufsichtsrats, sowie mit Pavel Boháč, CEO des Unternehmens. Die diesjährige TAL-Konferenz findet traditionell in Pilsen statt – am 16. Juni im Parkhotel Pilsen.

Aimtec feiert 30 Jahre Unternehmensgeschichte, TAL findet zum 25. Mal statt. Wie haben sich die Erwartungen der Kunden an einen Digitalisierungspartner verändert – und wie spiegelt sich das in der Konferenz wider?

Roman Žák: Einige der ersten Ausgaben der Konferenz haben wir in der Slowakei und in Brünn organisiert. Die zentralen Themen drehten sich damals um Lieferkonzepte für Volkswagen und Škoda Auto, um sequenzielle Prozesse oder Lagerverwaltung. Damals nahmen etwa sechzig Personen teil. Heute ist es eine ganz andere Dimension – doch eines ist gleich geblieben: Unter den mittlerweile fast 400 Teilnehmenden stellen Fachleute aus Produktions- und Logistikunternehmen weiterhin die Mehrheit.
Pavel Boháč: TAL ist und bleibt die Flaggschiff-Konferenz von Aimtec. Sie ist eine Plattform, auf der Kunden wirklich über die Themen diskutieren können, die ihr Geschäft bewegen – und zwar in einem globalen Kontext. Wir beobachten Trends, die Märkte und Wirtschaft weltweit prägen. Das ist ein großer Unterschied zu den Anfängen.

Roman, Sie entwickeln seit dreißig Jahren Digitalisierungslösungen für Produktion und Logistik. Heute heißt es oft, Automatisierung und KI würden die Spielregeln stärker verändern als alles zuvor. Stimmen Sie dem zu – oder ist das nur eine weitere Technologiewelle?

Roman Žák: Es ist ein bisschen von beidem. Technologische Veränderungswellen kommen regelmäßig, und jede wirkt zunächst revolutionär. Bei KI lässt sich allerdings schon jetzt erkennen, dass sie tatsächlich einen revolutionären Charakter hat. 
Eines bleibt jedoch unverändert: Am Ende kommt es immer auf Menschen und auf Datenqualität an. Auch KI ist vollständig abhängig von präzisen und robusten Prozessen, in denen Daten entstehen. Ohne diese Grundlage sind ihre Ergebnisse wertlos. Deshalb setzen wir nicht nur auf neue Technologien, sondern vor allem auf starke Expertenteams und auf Daten, denen man vertrauen kann.

Das Motto „Digital by Design“ sagt, dass Digitalisierung kein nachträgliches Pflaster sein darf, sondern in der DNA eines Unternehmens verankert sein muss. Viele Produktionsunternehmen arbeiten jedoch mit historisch gewachsenen Systemlandschaften. Was hilft ihnen, den Übergang zu meistern, ohne den Betrieb zu lähmen?

Pavel Boháč: Aus meiner Sicht ist der Mindset der Menschen entscheidend. Technologische Innovationen entwickeln sich schneller als die Fähigkeit der Nutzer, sie wirklich anzunehmen und sinnvoll einzusetzen. Das darf man nicht unterschätzen.
Jede Veränderung – egal ob eine einzelne Innovation oder eine umfassende digitale Transformation – muss bei den Menschen beginnen. Sie sind der eigentliche Motor jeder Veränderung. Technologie allein funktioniert nicht. Genau deshalb ist auch das Management von Veränderungsprozessen ein wiederkehrendes Thema vieler Beiträge auf unserer Konferenz.

Technologische Veränderungswellen kommen regelmäßig, und jede wirkt zunächst revolutionär. Bei KI lässt sich allerdings schon jetzt erkennen, dass sie tatsächlich einen revolutionären Charakter hat. Eines bleibt jedoch unverändert: Am Ende kommt es immer auf Menschen und auf Datenqualität an.

  • Roman Žák
  • Chairman of the Supervisory Board
  • Aimtec

Wenn jeder von Ihnen einen einzigen Grund nennen müsste, warum jemand aus der Automotive-Logistik dieses Jahr zur TAL kommen sollte – welcher wäre das?

Pavel Boháč: Der größte Mehrwert sind die Menschen, denen Sie hier begegnen. TAL bringt ein außergewöhnliches Netzwerk von Expertinnen und Experten zusammen – aus der EU, aus dem deutschen und dem tschechischen Markt, aus Industrie, Forschung und Institutionen. Eine solche Konzentration an Erfahrung findet man selten. In diesem Jahr wird es dank einer Case Study von Škoda Auto und der strategischen Perspektive von Hana Součková (SAP) noch konkreter.

Roman Žák: Die Verbindung von digitaler und physischer Welt. In diesem Jahr beschäftigen wir uns intensiv mit intelligenter Automatisierung in der Logistik. Nicht als abstraktes Konzept, sondern anhand realer Erfahrungen von Unternehmen, die diese Technologien bereits einsetzen. Kommen Sie vorbei und holen Sie sich Inspiration, die Sie am nächsten Tag direkt in Ihrem Unternehmen umsetzen können.

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