Nachhaltigkeit, Verfügbarkeit, KI – Wohin sollte die Entwicklung gehen, damit sie langfristig Sinn macht?
Vor sieben Jahren trat Jan Kocián die Position des Entwicklungsdirektors für das Produkt Aimtec DCIx an. Seitdem besteht sein Aufgabenbereich neben der Leitung des Entwicklungsteams darin, diese Digitalisierungsplattform auszubauen und sowohl in technologischer als auch in funktionaler Hinsicht voranzubringen. Seiner Meinung nach hat sich vieles verändert – die Lösung durchlief eine bedeutende Transformation, das Entwicklerteam hat sich verdoppelt und die Anforderungen an Leistung, Sicherheit und Flexibilität nehmen ständig zu.
Wir sprachen darüber, wie sich der Entwicklungsansatz verändert hat, warum Nachhaltigkeit und eine effiziente Verwaltung des Systems in der Cloud wichtig sind und wie sich künstliche Intelligenz in Logistik und Produktion konkret nutzen lässt.
Jan, 2018 hast du die Position des Entwicklungschefs für Aimtec DCIx übernommen. Wie haben sich die Lösung und unser Ansatz verändert?
Sowohl das Produkt als auch das Team haben in dieser Zeit eine eindrucksvolle Entwicklung durchlaufen. Wir verfügen jetzt über weitaus erfahrenere Berater und eine qualitativ hochwertigere Lösung, was uns in die Lage versetzt, wesentlich komplexere Projekte zu implementieren und Standardprojekte in kürzerer Zeit zu liefern. Als ich in die Firma kam, realisierten wir die ersten Automatisierungsprojekte – heute ist das unser „tägliches Brot“. Wir kooperieren mit Kunden, die hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit der Anwendung stellen, mit großen Datenmengen arbeiten und eine moderne und robuste Lösung erwarten.
Eines der Schlüsselthemen für uns ist Nachhaltigkeit. Wir möchten, dass unser System das Geschäft der Kunden nicht nur heute, sondern auch in zehn bis zwanzig Jahren unterstützt. Wichtig ist, dass die Lösung zusammen mit dem Unternehmen wächst und für seine weitere Entwicklung gerüstet ist. All das können wir durch Konfigurierbarkeit, Modularität, Umstellung auf die Cloud-Umgebung und weitere Faktoren abdecken.
Was war konkret deine Aufgabe? Gibt es etwas, das dich positiv oder negativ überrascht hat?
Als ich anfing, arbeiteten wir an Version 7. Meine Aufgabe war es, ihre Entwicklung abzuschließen und sie bei den Kunden in Betrieb zu nehmen. Eines der Hauptziele bestand darin, die Anwendung ab dieser Version in der Cloud zu haben – genauer gesagt in AWS. Wir haben uns für Kubernetes entschieden und das System in einzelne Dienste aufgeteilt.
Anschließend begannen wir mit der Modularisierung des monolithischen Kerns der Anwendung und der Abkopplung des Frontends, also der Benutzer-Oberfläche der Anwendung von der Leistungslogik. Ehrlich gesagt hatte ich erwartet, dass alles schneller geht. Aber mir wurde schnell klar, dass es bei einem derart großen System nicht ausreicht, einfach nur das Ruder herumzureißen – es dauert eine Weile, bis das Schiff tatsächlich die Richtung ändert.
Ein wichtiger Bestandteil waren auch interne Schulungen, damit jeder versteht, was die neue Architektur bringt. Insgesamt haben wir uns auf die Kommunikation innerhalb des Teams konzentriert. Mit sechzig Entwicklern „an Bord“ geht das auch nicht anders. Als ich die Abteilung übernahm, waren wir nur halb so viele.
Du hast mehrfach die Cloud erwähnt. Warum sollte ein Produktions- oder Logistikunternehmen darüber nachdenken, seine IT-Systeme dorthin zu verlagern?
Wenn wir über Sicherheit reden, stimmt es, dass wir Hacker beauftragen, um unsere Anwendung zu testen?
Wie stellen wir sicher, dass das System auch bei hoher Auslastung verfügbar und zuverlässig ist?
Das Thema künstliche Intelligenz ist heute in aller Munde. Wie nutzen wir KI konkret und was sind die Vorteile für die Kunden?
Gleichzeitig implementieren wir für Kunden Sprachmodelle, sogenannte Chatbots, die anstelle von Konsultanten unermüdlich Tag und Nacht in verschiedenen Sprachen beraten. Wir erwägen auch den Einsatz von Copilot für die Einrichtung von Prozessen – Transaktionen. Zur Prozessoptimierung verwenden wir mathematische Solver, die selbst hochkomplexe Aufgaben in der Logistik und Produktion effizient lösen. Binnen Sekunden finden sie die schnellste oder am wenigsten arbeitsaufwendige Lösung unter Berücksichtigung aller einschränkenden Bedingungen.
Aus Sicht der Entwickler nutzen wir seit mehreren Jahren KI und verschiedene Copilot-Alternativen, beispielsweise beim Codieren oder beim Konzipieren automatischer Tests.
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